IoT

Zu Beginn der neunziger Jahre eroberte das Internet die Welt. Menschen versuchen leider immer wieder, die Zukunft mit der Sicht von heute zu deuten. Die Unternehmen sagten damals: "Mach dir keine Sorgen, ist wie das Hinzufügen eines neuen TV-Kanals. Wir brauchen nur eine Webseite" und alles ist unter Kontrolle.
Tut mir leid, nein: eines der vier "P" im Marketing, das "P" für Publishing, wie wir es kannten, wurde völlig umgekrempelt – das Internet ist eine disruptive Technologie!

Zu Beginn des Jahres 2000 tauchte dann der elektronische Handel auf. Es wurde in den Firmen gesagt "Mach dir keine Sorgen, es ist wie das Hinzufügen eines weiteren Vertriebskanals zu denen, die wir bereits haben, alles ist unter Kontrolle".
Tut mir leid, nein: die "P" von Place und Price, wie wir sie kannten, sind heute total veraltet – der elektronische Handel ist eine disruptive Technologie!

Um 2006 etablierten sich die sozialen Netzwerke. Die Unternehmen sagten: "Mach dir keine Sorgen, Facebook, das sind nur Webseiten von Menschen anstelle Webseiten von von Firmen. Wir brauchen nur ein Konto bei Facebook, Twitter oder Instagram und alles ist unter Kontrolle".
Sorry, nein: das Konzept der Zielmärkte, Kundenbetreuung und Kommunikationsstruktur, wie wir sie kannten, sind heute veraltet. Segmentierung und Zielmärkte müssen neu überprüft werden – die sozialen Netzwerke sind eine disruptive Technologie!

Um 2010 kamen Smartphones auf dem Markt. Unternehmen sagten: "Mach dir keine Sorgen, das ist das gleiche wie ein PC, aber kleiner, wir brauchen nur eine responsive Webseite und alles ist unter Kontrolle".
Tut mir leid, nein: mehr als die Hälfte Verkäufe von Taschenrechnern, Auto-Navigation, Foto-und Videokameras und vieles mehr sind bereits weggebrochen, sind nun Bestanteil des Smartphones als Neudefinition des veralteten "P" von Place, viele der ehemals eigenständige Produkte verschwinden einfach, werden nun zu einer App werden – Smartphones sind eine disruptive Technologie!

Um 2010 etablierte sich ebenso das Internet 2.0. Und die Unternehmen sagten: "Mach dir keine Sorgen, sie sind nur Webseiten, an denen die Leute teilnehmen können. Wir müssen nur den Leuten erlauben, irgendwelche Dinge auf unserer Webseite zu posten und alles ist unter Kontrolle".
Tut mir leid, NEIN: Kollaborative Wirtschaft wurde damit ermöglicht, jeder Benutzer kann Produkte oder Dienstleistungen für den Rest der Nutzer anbieten, das potenzielle Angebot wird vervielfacht, die Preise werden fallen, das digitale Geld (Währungen ohne Zentralbank ) erobert gerade die Welt und vieles mehr. Unzählige neue Geschäftsmodelle kommen gerade auf und werden in weniger als einem Jahrzehnt komplette Geschäftsfelder verändern, möglicherweise werden bestehende Unternehmen in ihren bisherigen Strukturen und Wertvorstellungen noch viel weiter und viel extremer verändert, als wir und das heute vorstellen können – manche auch große Unternehmen werden in 10 Jahren überhaupt nicht mehr existieren – Internet 2.0 ist eine disruptive Technologie!

Im Jahr 2016 kam nun das Internet der Dinge zu uns. Und die Firmen sagen: "Mach dir keine Sorgen, es geht nur darum, dem physischen Produkt etwas Elektronik hinzuzufügen, aber das Produkt bleibt. Alles ist unter Kontrolle".
Tut mir leid, nein. Es geht um etwas ganz anderes: Jedes Produkt, das durch eine Digitalisierung geht, wird automatisch dadurch gezwungen, ein Service zu werden. Das "P" des Produktes, wie wir es kannten, hat gerade seine Transformation begonnen. Der Wandel, der uns hier gerade bevorsteht, wird uns lehren, dass auch das Internet der Dinge eine disruptive Technologie ist!