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Neue Politik aus USA?

Fassade USA: Demokratie
Realität: Plutokratie und Kleptokratie
Zukunft: Ende des Kapitalismus und der Demokratie?

Die Vermischung von Staats- und Geschäftsinteressen ist in den  exzeptionalistischen USA zwar pro forma verboten, findet de facto aber ungestraft seit jeher statt. Die einen stecken das dreckige Geld in familiennahe "Stiftungen", aktuell geht es halt gleich in ein Familien-Imperium. Die Unterschiede sind hier eher vernachlässigbar.
Was aber nun endlich zutage tritt, ist die eigentlich feindselige Haltung dem Rest der Welt gegenüber.
Woher kommt das, seit wann ist das so und warum fällt uns das eigentlich erst jetzt auf?

Der wahre Grund für die teils sehr unterschiedlichen Strategien der USA: Geld, Öl, Macht und Kontrolle, unter anderem natürlich auch über das globale Finanzsystem.
Nach ideologischen oder gar ethisch-moralischen Gründen für die Politik der USA zu suchen, ist also vergebene Mühe. Es geht Washington beim Wechsel zwischen Allianzen und Feindschaften ausschließlich immer um Geld, Öl und Macht. Speziell im Fokus ist dabei das globale Finanzsystem. Wirkliche Freunde kennen die USA als Staat nicht (und wollen das vermutlich auch gar nicht!) - und deswegen ist das Geplapper von unseren Repräsentanten über die Wertegemeinschaft mit den USA bedenkenswert. Die Menschen der USA hingegen für sich betrachtet sind ganz normale Leute – wie überall auf der Welt.
Im Gegensatz zu ihren Repräsentanten, welche seit vielen Jahren nur ein Ziel kennen – immer mehr Macht und immer mehr Einfluss, zu Lasten oftmals der kleinen Leute speziell auch aus den USA.

Eine ganz besondere Rolle fällt hierbei den US-Medien zu, welche die Öffentlichkeit immer auf den jeweiligen (und sich oft selbst widersprechenden) Kurs der jeweiligen US-Regierung einschwören müssen. Das geschieht auf mehrere Arten: Die häufigsten darunter sind die Unterschlagung von Informationen, das Schüren von Hass durch gezielte Übertreibung oder dreiste Fälschung. Und wenn das alles nichts hilft, kommen  militärische Drohungen bzw. gezielte Militärschläge oben drauf. Zur Not kommen Militärschläge auch in Betracht, um von innenpolitischen Problemen abzulenken. Diese Militärschläge können auch mal aus heiterem Himmel auf zumindest den ersten Blick vollkommen unbeteiligte Staaten hereinbrechen.

Beispiel dazu wäre Afghanistan oder Irak. Sie erinnern sich - der Krieg in Afghanistan würde begründet als Gegenschlag nach 9/11.
Die Tatsche, das 15 der 18 Terroristen bei den Anschlägen auf das World Trade Center saudi-arabische Staatsbürger waren und möglicherweise mit Wissen und Unterstützung aus zumindest Teilen Saudi-Arabiens handelten, wurde dabei bis heute großzügig ausgeblendet.
Wo wir auch schon beim weltweit engsten Verbündeten der USA wären: Saudi-Arabien.
Das Herrscherhaus in Saudi-Arabien erfreut sich spätestens seit Anfang bis Mitte der Siebziger Jahre höchster Wertschätzung der Repräsentanten der USA - weil das Regime des Hauses von Saud den US-Dollar seit der Zeit stützt.

Wie kam das und warum macht Saudi-Arabien das?

Nach der Aufhebung der Gold-Dollar-Bindung 1971 und dem Ende der festen Wechselkurse 1973 geriet die Rolle des US-Dollars als Weltwährung Nr. 1 in Gefahr. Zwar hatte er seinen Status als Leitwährung seit der Konferenz von Bretton Woods (1944) bis in die letzten Winkel der Erde durchsetzen können, doch seine Entkoppelung von einem festen Wert - dem Gold - hatte ihn zu einer ungedeckten Währung und damit zu einem schwer kalkulierbaren Risiko für das globale Finanzsystem gemacht.
Um diesen Zustand zu beenden, schlossen die USA Mitte der Siebziger Jahre ein historisches Abkommen mit Saudi-Arabien: Dessen Herrscherhaus wurde von den USA verpflichtet, innerhalb der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) dafür zu sorgen, dass Öl - die weltweit meistgehandelte Ware - nur noch in US-Dollar gehandelt wurde (der sogenannte "Petro"-Dollar). Außerdem sollte es die eigenen Dollar-Überschüsse fortan als Staatsanleihen in den USA investieren. Im Gegenzug garantierten die USA dem Herrscherhaus von Saud Schutz vor seinen Feinden (im Ausland insbesondere vor Israel, Syrien und dem Iran, im Inland vor den eigenen Untertanen) und unbegrenzte Waffenlieferungen.
Für die Finanz-Elite der USA war es in dreifacher Hinsicht ein lukrativer Deal: Erstens sorgte die Bindung des Öls an den US-Dollar dafür, dass ihm neben seiner Rolle als globale Leitwährung auch noch die - viel wichtigere - Rolle der globalen Reservewährung zufiel - sämtliche Länder der Erde sind auf Öl als Energieträger angewiesen sind und müssen daher seitdem fast alle über ausreichende US-Dollar-Reserven verfügen. Zweitens spülten die Käufe von Staatsanleihen durch das Haus von Saud Billionenbeträge in die US-Staatskasse, die zur Führung weiterer Kriege (z.B. in Afghanistan, Pakistan, Somalia, Libyen, Syrien, Jemen) genutzt werden konnten. Und drittens erhielt die US-Rüstungsindustrie durch den Pakt einen ihrer zahlungskräftigsten Dauerkunden.
Für das Herrscherhaus von Saud hat sich der Deal ebenfalls gelohnt: Bis an die Zähne bewaffnet und zusätzlich mit der stärksten Militärmacht der Erde im Rücken konnte es mit der Ausbeutung von neun Millionen unterbezahlten und zum Teil unter katastrophalen Verhältnissen lebenden Fremdarbeitern weiterhin ungestört sagenhafte Reichtümer anhäufen und gleichzeitig jegliches Aufbegehren gegen die eigene mittelalterliche Herrschaft gewaltsam gegen die eigene Bevölkerung bereits im Keim ersticken.

Die Verbindung zwischen den USA und Saudi-Arabien kennt also zwei Gewinner: Die Finanz-Elite der USA und das Herrscherhaus der wohl rückständigsten absoluten Monarchie auf der Erde. Und dass die Finanz-Elite der USA die Politik der USA nach Belieben dominiert, sehen wir mit dem Kabinett des aktuellen Präsidenten-Darstellers wieder bestätigt.

Machen wir aber noch kurz mit Saudi-Arabien weiter: Nach Iraks Angriff auf den Nachbarstaat Kuwait (August 1990) vertrieb eine mit UN-Mandat autorisierte Kriegsallianz unter Führung der USA die irakische Armee aus den besetzten Gebieten (Golfkrieg 1991), beließ Saddam Hussein aber im Amt. Die Mitglieder der neokonservativen Denkfabrik Project for the New American Century (PNAC) hatten seit 1996 den Sturz Saddam Husseins als Schritt zur Neuordnung des Nahen Ostens gefordert und 1998 in einem Brief an US-Präsident Bill Clinton verlangt, diesen Regimewechsel zum Ziel der US-Außenpolitik zu machen.
Das Ziel war sehr einfach: Die einzigen wirkliche Gegenspieler von Saudi-Arabien in dieser Region waren der Irak und der Iran - beide mit hohem Anspruch als Regionalmacht. Der Iran kam aus verschiedenen Gründen (noch) nicht in Frage, also konzentrierte man sich vorerst auf den Irak. Der Irakkrieg war eine völkerrechtswidrige Militärinvasion und somit auch ein illegaler Angriffskrieg unter der Führung der der USA und einer "Koalition der Willigen“. Als Begründung des Irakkriegs 2003 nannte die kriegführende Regierung der Vereinigten Staaten und Großbritanniens seit Oktober 2001 vor allem eine wachsende akute Bedrohung durch Massenvernichtungsmittel des Irak und eine Verbindung mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida, das die Terroranschläge am 11. September 2001 ausgeführt hatte. Eine große Bevölkerungsmehrheit in den USA glaubte diesen Angaben vor und auch noch Jahre nach der Invasion in den Irak.
Der Irakkrieg begann also am 20. März 2003 mit der Bombardierung ausgewählter Ziele in Bagdad und führte zur Eroberung der Hauptstadt und zum Sturz des irakischen Staatspräsidenten Saddam Hussein. Am 1. Mai 2003 erklärte US-Präsident George W. Bush den Krieg für siegreich beendet.
Danach begann allerdings das große Leiden - weil im Irak war gar nichts beendet - es ging erst richtig los und ist bis heute nicht abgeschlossen.
Angenehmer Nebeneffekt für Saudi-Arabien: Der Irak verfügt, nach Saudi-Arabien, über die weltweit zweitgrößten Erdölreserven. Nach dem Zusammenbruch fast jeglicher Produktion im Irak und durch entsprechende Sanktionen gegen den Iran konnte seinerzeit die OPEC unter der Führung von Saudi-Arabien den Öl-Preis in schwindelerregende Höhen treiben und damit Geld in noch nie gekannten Ausmaß verdienen.
Aber auch die Absicht Saddam Husseins, künftig nur noch den Euro anstelle des Dollars für Öllieferungen zu akzeptieren, soll maßgeblich die Kriegsentscheidung der USA beeinflusst haben. Wären andere Länder diesem Beispiel gefolgt, so hätte dies fatale Konsequenzen für die USA gehabt. Deutschland und Frankreich hingegen hätten als Euro-Staaten davon profitiert – sie verweigerten auch konsequenterweise die Kriegsteilnahme. Im Mai 2003, nach dem Sieg der USA, verabschiedete die OPEC mit Druck von Saudi-Arabien auch einen förmlichen Beschluss, die Ölrechnungen auch zukünftig ausschließlich in Dollar abzurechnen.
Während die hohen Kosten der Kriege in Afghanistan und im Irak die Wirtschaft der USA insgesamt erheblich schwächten, erzielten einige private Unternehmen durch Aufträge der US-Regierung für Kriegsgebiete aber enorme Gewinne. Die vom US-Kongress eingesetzte parteiübergreifende Commission on Wartime Contracting nannte in ihrem Ergebnisbericht 2011 vor allem zehn Firmen, die Milliarden US-Dollar für ihre Tätigkeit in Afghanistan und im Irak erhalten hatten. Kellogg, Brown and Root, damals ein Subunternehmen der Firma Halliburton, erhielt bereits vor 9/11 vom damaligen US-Verteidigungsminister Richard Cheney einen Auftrag über 48 Milliarden US-Dollar für künftige militärische Hilfsdienste. Die Firmen Blackwater und Triple Canopy erhielten mindestens 3,1 Milliarden US-Dollar.

Das sollte man sich übrigens mal auf der Zunge zergehen lassen - 48 Milliarden US-Dollar wurden also bereits vor dem Anschlag auf das World-Trade-Center für künftige militärische Hilfsdienste von der US-Regierung beauftragt - bei privaten Unternehmen wie Blackwater & Co.!

Eine vom Kongress eingesetzte Inspektion der Mittel der USA für den Wiederaufbau des Irak ergab, dass mindestens acht Milliarden US-Dollar davon durch Korruption verschwendet wurden. Viele Verträge mit im Irak engagierten Privatfirmen kamen ohne Ausschreibungen und konkurrierende Bewerbungen zustande. Viele der großen Vertragsfirmen waren übrigens die größten Spender für Wahlkämpfe von US-Präsident George W. Bush und von Kongressabgeordneten, die den Irakkrieg befürworteten.
2010 wurde vom stellvertretenden US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz in einem Interview ein weiterer Grund der US gegen den Irak genannt. Demnach gab es “bürokratische Gründe“, die Präsenz von US-Truppen im benachbarten Saudi-Arabien überflüssig zu machen. Mit Kuwait, Bahrain und Katar hatten die USA bereits drei Basen am Golf, deren Management einfacher war als jenes in Saudi-Arabien, und die Beseitigung der stationierten Truppen, die eine Belastung für Saudi-Arabien darstellten, würde langfristig zu einer friedlicheren Situation im Nahen Osten führen.
Diese friedlichere Situation im Nahen Osten sehen wir sehr deutlich - Syrien ist vom IS und diversen anderen militärischen Gruppierungen, teilweise finanziert und ausgerüstet von den USA, total destabilisiert. Im Nord-Irak herrscht immer noch der IS. Hundertausende von Menschen, wenn nicht Millionen, haben ihr Leben in der Region verloren, ebenso sind Millionen von Menschen auf der Flucht. Alleine Deutschland hat in den Jahren 2015 und 2016 fast eine Million Menschen aus Syrien eine Zuflucht geboten.
Die Situation in Syrien ist nicht, wie von der Politik behauptet, die Folgeerscheinung eines außer Kontrolle geratenen Bürgerkrieges in Syrien. Er ist vielmehr das Produkt des von den USA geförderten Versuchs eines Regime-Wechsels in Damaskus. Zwar hat der Bürgerkrieg mit inneren Auseinandersetzungen in Syrien begonnen, doch wären diese ohne das Eingreifen der USA und ihrer Verbündeten längst versiegt und versandet. Der Aufstieg des IS, zeitweilig auch als ISIS (Islamischer Staat in Syrien) bekannt geworden, ist eng mit dem Bürgerkrieg in Syrien als auch mit dem Bürgerkrieg im Irak  verbunden und somit ohne die fast direkte Interaktion mit den USA unvorstellbar. Dies bitte einfach mal vor Augen haben, wenn demnächst wieder die Nachrichten voll sind von einem IS-Terroranschlag in Europa!
Das doppelte Spiel, das die USA in Syrien treiben, hat damit einen Hintergrund, der uns wieder zu ihrem wichtigsten Verbündeten, Saudi-Arabien, führt: Der Krieg, den die Sowjetunion 1979 zur Unterstützung eines ihr gewogenen Regimes in Afghanistan begonnen hatte, führte nämlich dazu, dass sich radikal-islamische Kräfte (Mudschaheddin und Islamische Brigaden Afghanistans) gegen die Angreifer formierten. Diesen Widerstand griffen die USA mit Hilfe der CIA auf und unterstützten die Bildung der Al-Qaida, die damals aus genau diesen radikal-islamischen Kräften hervorging. Langjähriger Führer der Al-Qaida und Vertrauensmann der USA war ein Mann namens Osama bin Laden - Sohn eines milliardenschwereren saudi-arabischen Bauunternehmers, dem übrigens enge Beziehungen in die US-Finanzelite ebenso wie zu einflussreichen Politikern in den USA nachgesagt werden.
Bereits 2008 hat Joseph E. Stiglitz, ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der Columbia University, die Kosten des Irak-Krieges auf etwa 3 Billionen Dollar berechnet. Glaubwürdige weitere Berechnungen wurden seitdem zumindest nach meinem Kenntnisstand erfolgreich unterbunden, vermutlich inkl. aller Folgekosten wie Behandlung der traumatisierten Soldaten etc. bewegen sich die USA hier aber im Bereich von aktuell etwa 10 Billionen Dollar. Die Kosten verdeutlichen, welchen Wert das Land Saudi-Arabien für die USA hat.
Nun gut - jetzt sind aber andere Zeiten angebrochen, wir haben im Januar 2017 dem neuen Präsidenten der USA bei seiner Inthronisierung gehuldigt und haben vernommen, das nun das Volk der USA endlich sein Land zurück erhält und nun Schluss sei mit Lügererei etc. - die Botschaft höre ich wohl, nur fehlt mir der rechte Glaube daran.

Mal sehen, was ist seitdem denn alles passiert:

  1. Lt. Donald Trump ist der Klimawandel "von den und für die Chinesen erfunden, um der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in den USA zu schaden". Deswegen wird nun alles daran gesetzt, um wieder zu alten Zuständen zurückzukehren, den “teuren“ grünen Technologien den Rücken zu kehren und gleichzeitig die alten Kohlenkraftwerke wieder anzufeuern - Fossile Energieträger sind damit wieder auf dem Vormarsch. Gleichzeitig (!) beantragt er für seinen Golfplatz in Irland beim Grafschaftsrat von Clare, einen Schutzwall aus 200.000 Tonnen Stein entlang seiner rund drei Kilometer langen Küste zu errichten. Erstaunlicherweise schlägt Trump in dem Antrag einen ganz anderen Ton an: Aufgrund der globalen Erwärmung und deren Folgen sei es nun dringend erforderlich, eine Küstenbefestigung zu bauen. Als Beleg dafür wird die Einschätzung einer irischen Beratungsfirma für Umweltthemen angefügt, die bestätigt, dass der Klimawandel die Erosion der irischen Küste massiv beschleunigt.
  2. Teilweise oder komplette Rücknahme des "Dodd-Frank-Act". Zur Erklärung: Der sogenannte "Dodd-Frank-Act" zur Regulierung der Finanzbranche war von der Obama-Regierung 2010 erlassen worden. Er galt als einer der Meilensteine der Regierungszeit von Präsident Barack Obama. Er stellt auch die Umsetzung von Beschlüssen der G20-Staaten dar, zu denen sich fast alle führenden Wirtschaftsnationen, unter anderem eben auch die USA, verpflichtet hatten, um zukünftige Exzesse und Gefährdungen der Weltwirtschaft wie anlässlich zur weltweiten Finanzkrise 2008, welche ja bekanntlich von den USA ausging,  auszuschließen. Ein kippen dieses Dodd-Frank würde das ganze System dem Risiko aussetzen, dass sich bestenfalls die Finanzkrise von 2008 wieder zu Lasten des kleinen Steuerzahlers wiederholt, schlimmstenfalls wären aber die Volkswirtschaften einfach nicht in der Lage, diese neue Last zu tragen – wir kämpfen in Europa ja immer noch, die Folgen der Finanzkrise von 2008 zu überwinden.
  3. Das Volk der USA wird nun mehr denn je von der Finanz-Elite der USA regiert, mehr Ex-Banker denn je zuvor (hervorgegangen aus den ganz großen Banken-Häusern der Wall-Street) sind nun Minister geworden bzw. dazu nominiert - obwohl der Herr Trump im Wahlkampf doch so gegen die Wall Street gewettert hat als den Vampir am Volk der USA.
  4. Steve Bannon ist Chefstratege und ranghöchsten Berater im Weißen Haus - und Vordenker der rechtsextremen Alt-Right-Bewegung. Diese Bewegung findet ihren medialen Ausdruck im Breitbart News Network, welches Bannon ab 2012 bis 2016 geleitet hat. Zwei Punkte sind hierzu besonders erwähnenswert: Erstens die Eigentümerstruktur von Breitbart News Network: Hauptinvestor bei Breitbart ist der Milliardär und Hedgefonds-Manager Robert Leroy Mercer von „Renaissance Technologies“ (spezialisiert auf den Hochgeschwindigkeitshandel). Also auch hier ist die Finanzelite der USA maßgeblich am Werk. Zweitens wird sie politisch rechtspopulistisch bis rechtsextrem verortet. Mehr oder weniger gehässige Menschen vergleichen die Website auch mit dem Werk von Julius Streicher und seiner Wochenzeitung "Der Stürmer", da auch hier neben Falschmeldungen auch ganz gezielte Fälschungen zur Diskreditierung von Personen, Personengruppen bis hin zu Staaten vorkommen (neben vielen anderen hat Breitbart News falsch berichtet zum  ACORN-Skandal 2009, "Friends of Hamas“-Kampagne 2013, Vorfälle in der Silvesternacht in Dortmund 2016/2017). Darüber hinaus ist nun dieser Hetzer in den Nationalen Sicherheitsrat berufen worden. Zeitgleich wurde die Degradierung des US-Geheimdienstdirektors sowie des Chefs des Vereinten Generalstabs im Nationalen Sicherheitsrat bekannt gegeben. Trump hatte zur Begründung seiner Anordnung erklärt, der Rat solle "weniger bürokratisch" und mehr darauf ausgerichtet sein, dem Präsidenten die Geheimdienstinformationen zukommen zu lassen, die er benötige.
  5. Der sogenannte Muslim-Ban: Das Einreiseverbot zum Schutz gegen Terror-Import gegen sieben Ländern (mehrheitlich muslimische Länder) erwähnt explizit Saudi-Arabien nicht, das überrascht Kenner der Situation nicht wirklich. Trotzdem dass 15 der 18 Terroristen bei den Anschlägen auf das World Trade Center saudi-arabische Staatsbürger waren, ist das Land Saudi-Arabien nach wie vor das einzige Land, welche niemals auch nur irgendwie angegriffen wird - es wird immer nur unterstützt, koste es was es wolle! Ebenso erwähnenswert ist die Tatsache, das auch Länder wie Katar und Ägypten nicht unter das Einreiseverbot fallen, was auf der einen Seite zwar verwunderlich sein mag aufgrund der großen finanziellen Unterstützung, welche speziell der IS aus diesen beiden Ländern geniest, aber gleichzeitig auch plausibel erscheint aufgrund der geschäftlichen Verwicklungen des Familien-Imperiums in diesen beiden Ländern. Es wird vermutet, dass Steve Bannon der Drahtzieher hinter der ganzen Aktion ist und Donald Trump mehr oder weniger die Hand geführt hat.
  6. "Alternative Fakten" - diese wurden von der Beraterin Kellyanne Conway geprägt mit der lächerlichen Aussage zur Anzahl der Besucher anlässlich der Inauguration-Rede des neuen Präsidenten-Darstellers. Und diese Dame ist eine einflussreiche Beraterin von Donald Trump, welche nun kurzerhand ein Massaker namens "Bowling-Green-Massaker" erfunden hat, um den Einreisestopp (Muslim-Ban) zu verteidigen. Nur dass es hier nie ein Massaker gegeben hat. Sie hat wohl am ehesten einen Fall aus 2011 gemeint. Damals wurden zwei Iraker festgenommen, welche in der Stadt Bowling Green lebten. Die zwei Männer hatten versucht, Waffen und Geld in den Irak zu schicken, um damit die Terrororganisation al-Qaida zu unterstützen.
  7. Mike Pence (US-Vizepräsident) hat noch 2015 folgende Meinung geäußert: "Der Ruf danach, Muslime davon abzuhalten, in die USA einzureisen, ist beleidigend und verstößt gegen die Verfassung" - 2017 findet es die volle Unterstützung dieses sauberen Herren. In Deutschland könnte sich der “Herr“ des Titels eines Wendehals oder eines “Fähnchens im Wind“ sicher sein. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und der kontrollierten Medien wird das noch nicht mal ansatzweise thematisiert…
  8. Auch in den USA kann sich der jeweils aktuelle Präsident nicht über die Verfassung stellen - sollte man meinen. US-Präsident Donald Trump hat trotzdem den richterlichen Stopp seines umstrittenen Einreiseverbots als "empörend", später auch als "lächerlich" bezeichnet. Die Entscheidung dieses "sogenannten Richters" werde bald wieder aufgehoben, zeigte er sich auf Twitter überzeugt. Der "sogenannte Richter" ist übrigens James Robart, ein Richter welcher von Präsident George W. Bush, also von einem Republikaner, ernannt worden war. Er sah es als hinreichend belegt an, dass Einwohnern des Staates Washington irreparabler Schaden entstehen könnte, wenn der Einreisebann bestehen bleibt. Aber welche Geisteshaltung hat denn der Mann, eine Entscheidung eines Richters als "empörend" zu bezeichnen?
  9. Trump-Beraterin Kellyanne Conway forderte die US-Bürger, die notleidende Tochter des US-Präsidenten Ivanka Trump durch Kauf ihrer Modelinie zu unterstützen. Hintergrund ist die Tatsache, dass der Konzern Nordstrom die Linie der Designerin komplett aus dem Sortiment genommen hat – wegen Erfolgslosigkeit. Auch Trump selbst steht hierzu in der Kritik, er hat über seinen eigenen Twitter-Account diese Tatsache als unfaire Behandlung seiner Tochter gebrandmarkt und dies auch noch über seinen offiziellen Präsidenten-Account weiterverbreitet. Dabei handelt sich um einen eindeutigen Verstoß gegen das Verbot, das öffentliche Amt zum privaten Vorteil zu missbrauchen.

Zu dem letzten Punkt (Ivanka Trump) ist vielleicht interessant, mit welchem doppelten Maß hier gemessen wird. Der Präsidentendarsteller Donald Trump hat ja folgendes verkündet: Buy american, hire american. Sonderbarerweise ist das aber nur für alle ausserhalb des Familien-Clans die neue Regel, Ivanka Trump lässt ihre ganze Modelinie in China fertigen, verkauft diese dann in USA und hat überraschenderweise keine keine unflätigen Beschimpfungen Donald Trump zu befürchten.

Das grundsätzliche Neue ist nun das Disruptive und Radikale an Donald Trump und seiner Politik, er hält sich an keine Regel, die er nicht selbst gemacht hat. Und er scheint auch keine Grenzen seiner Macht zu akzeptieren. Das verkehrt das zumindest vorgegebene demokratische Politikverst